Imelda Coray-Monn (1933–2009) wurde in Chur geboren und wuchs in Disentis/Mustér auf. Nach ihrer Lehrerinnenausbildung in Ingenbohl studierte sie Sprachen, Psychologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Freiburg und Zürich. Zunächst unterrichtete sie in Siat, später zog sie mit ihrem Mann in die Nordwestschweiz, wo sie gemeinsam acht Kinder grosszogen.
Imelda Coray-Monn war auf Romanisch und Deutsch vielseitig literarisch und publizistisch tätig. Sie veröffentlichte Gedichte, Märchen, Kurzprosa, Essays und Übersetzungen in verschiedenen rätoromanischen Organen, war Redaktorin der «Novas litteraras» und gehörte dem Vorstand des Schweizerischen Schriftsteller-Verbands an. Daneben war sie als Journalistin, Kulturpublizistin und Erwachsenenbildnerin tätig. Sie setzte sich insbesondere mit Fragen zur Rolle der Frau, zu Erziehung und Sexualpädagogik auseinander und veröffentlichte mit «Affons damondan» einen Ratgeber zur Sexualerziehung. In den 1980er-Jahren absolvierte sie in München eine Ausbildung zur Logotherapeutin und gründete gemeinsam mit der Autorin Tresa Rüthers-Seeli in Disentis/Mustér die Beratungsstelle Liug da cussegl per carstgauns en pitgiras, wo sie Menschen mit psychischen Problemen begleitete.
Als Autorin, Pädagogin und Beraterin prägte Imelda Coray-Monn über Jahrzehnte die rätoromanische Kulturszene und begleitete die gesellschaftlichen Entwicklungen in der Surselva.
2026 veröffentlichte die CER posthum Imelda Coray-Monns Roman «Carschen uost». Das in den 1980er-Jahren entstandene Werk wurde im Nachlass der Autorin im Bündner Frauenkulturarchiv wiederentdeckt und von Viola Cadruvi und Rico Valär herausgegeben.
Foto: privates Familienarchiv
